Maschinen- und Apparatebau Hagen GmbH
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Ovalrohre für die Hohenzollerngruft im Berliner Dom

Ovale Lüftungsrohre im denkmalgeschützten Bestand mit minimalem Platzbedarf

Die Hohenzollerngruft im Berliner Dom beherbergt mehr als 90 Sarkophage aus fünf Jahrhunderten. Aufgrund erhöhter Luftfeuchtigkeit und unzureichendem Luftaustausch bestand in den vergangenen Jahren eine zunehmende Gefährdung der wertvollen Grabmäler durch klimabedingte Schäden. Ziel der Sanierungsmaßnahme war es, ein stabiles, konservatorisch geeignetes Raumklima herzustellen und zukünftige Materialschäden nachhaltig zu verhindern.

Anforderungen an die Lüftungstechnik

Die besondere Herausforderung bestand darin, eine leistungsfähige, gleichzeitig aber unauffällige Lüftungslösung in die denkmalgeschützte Architektur einzupassen. Folgende Bedingungen waren ausschlaggebend:

  • minimales Platzangebot im Baukörper für die Luftführung
  • keine sichtbaren Eingriffe in die historische Substanz
  • energieeffizienter Betrieb mit gleichmäßiger Klimastabilisierung

Lösung für die Luftführung: Ovale Luftleitungen

Einbau der Ovalrohre in die Gewölbezone

Für die Luftführung stand im Bereich zwischen Gewölbekappe und Deckenebene nur ein sehr geringer Bauraum zur Verfügung. Klassische Rundrohre oder rechteckige Kanäle mit Flanschverbindungen hätten die vorgegebenen Maße überschritten. Daher fiel die Wahl auf flache Ovalrohre mit Steckverbindungen, die sich mit geringer Bauhöhe in die vorhandene Zwischenebene integrieren ließen.

    Montagebedingungen

    Die Leitungen mussten durch enge Gewölbebereiche eingeschoben werden. Hierfür kamen werkseitig vorisolierte Ovalrohre mit einer robusten, 19 mm starken Dämmung zum Einsatz. Diese Konstruktion bot folgende Vorteile:

    • hohe mechanische Widerstandsfähigkeit beim Einschieben,
    • vollständige Erhaltung der Dämmwirkung,
    • montagefreundliche Handhabung trotz schwieriger Platzverhältnisse.

    Anpassung an die Bausubstanz

    Die Trassenführung wurde auf die vorhandene Statik und Zugänglichkeit abgestimmt. Durch die geringe Bauhöhe der Ovalrohre konnte die Installation unsichtbar in die Gewölbeebene integriert werden.

    Funktion und Wirkung

    Die neue Lüftungsanlage in Verbindung mit den ovalen Luftleitungen gewährleistet einen kontinuierlichen Luftaustausch und trägt damit maßgeblich zur Konservierung der Sarkophage bei. Die Strömungsführung sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Luftvolumenstroms über die gesamte Gruft. Gleichzeitig wird der Energiebedarf aufgrund reduzierter Druckverluste im Luftleitungssystem auf ein Minimum begrenzt.

    Projektcharakteristik

    Die erfolgreiche Umsetzung verdeutlicht, wie moderne Lüftungstechnik selbst unter sehr eingeschränkten Einbaubedingungen mit denkmalgeschützten Strukturen vereinbar ist. Durch sorgfältige Materialwahl, angepasste Geometrien und enge Abstimmung mit Denkmalschutz und der Fachplanung ist es gelungen, konservatorische Anforderungen, Energieeffizienz und architektonische Verträglichkeit in Einklang zu bringen.

    Der Berliner Dom in der Außenansicht.